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Argentinierstraße

Luftbild Argenitinierstraße mit der roten Fahrradspur im Zentrum, hohen grünen Bäumen an den Seiten und der Elisabeth-Kirche im Hintergrund unter klarem Himmel. Bildnachweis: ©MA28/Christian Fürthner

Argentinierstraße: Österreichs erste Fahrradstraße nach niederländischem Vorbild

Die Argentinierstraße im 4. Bezirk wurde umfassend umgestaltet und ist Österreichs erste Fahrradstraße nach niederländischem Vorbild. 

Die neue Fahrradstraße bringt mehr Sicherheit für Radler:innen und Fußgänger:innen, mehr Grün im Grätzl. Zudem wurde die ganze Straße einfach schöner und lädt zum Verweilen ein. Gleichzeitig ist damit der Radhighway Süd komplett: Die insgesamt rund 9 Kilometer lange Radverbindung führt vom Karlsplatz über den Hauptbahnhof bis nach Niederösterreich an der südlichen Stadtgrenze.

Mehr Sicherheit und mehr Platz

Die 1,3 Kilometer lange Argentinierstraße ist eine der wichtigsten Radverbindungen durch den 4. Bezirk zwischen Innenstadt und Hauptbahnhof. Im Jahr 2022 vor dem Umbau wurden hier bereits mehr als 1 Million Radfahrende gezählt. 

Durch die Umgestaltung gelten folgende Regeln für Fahrradstraßen: 

  • Radfahrende und Autos teilen sich die rot markierte Fahrbahn. 
  • Radfahrende dürfen nebeneinander fahren. 
  • Es gilt weiterhin Tempo 30. 
  • Kfz-Durchfahrten sind nicht erlaubt. 
  • Zu- und Abfahrten mit dem Auto bleiben möglich. 
  • Verkehrsberuhigende Maßnahmen sorgen für mehr Sicherheit. 

Durch die neue Verkehrsführung wird der Durchzugsverkehr reduziert. Gleichzeitig werden Kreuzungen übersichtlicher und das Queren für Fußgänger:innen einfacher.

Radhighway Süd ist komplett

Mit der neuen Fahrradstraße in der Argentinierstraße wurde eine zentrale Lücke im Wiener Radnetz geschlossen. Gemeinsam mit dem neuen Zwei-Richtungs-Radweg in der Herndlgasse im 10. Bezirk ist der Radhighway Süd nun durchgehend befahrbar. 

Er verbindet wichtige Ziele im Süden Wiens und verbessert die Radverbindung zwischen Innenstadt, Hauptbahnhof und Niederösterreich.

Beteiligung der Anrainer:innen

Der Umgestaltung ging der bisher größte Beteiligungsprozess im 4. Bezirk voraus. Rund 2.500 Personen beteiligten sich an einem mehrstufigen Prozess und mehreren Abstimmungen über mögliche Varianten. 

Eine deutliche Mehrheit sprach sich für die Umgestaltung der Argentinierstraße zur Fahrradstraße aus. Die Wünsche der Anrainer:innen aus dem Grätzl wurden in die Planung aufgenommen: mehr Begrünung, weniger Durchzugsverkehr sowie sichere Wege für Fußgänger:innen und Radfahrende.

Die Verbesserungen im Überblick

Mehr Grün und Abkühlung im Grätzl

Die Argentinierstraße wurde nicht nur fahrradfreundlicher, sondern auch klimafitter gestaltet. Nach dem Motto „Raus aus dem Asphalt“ wurden große Flächen entsiegelt und begrünt. Auch konnten die Gehsteige deutlich verbreitert werden. Dadurch gibt es nun viel mehr Platz zum Zu-Fuß-Gehen. 

Die wichtigsten Verbesserungen: 

  • 70 neue Bäume 
  • rund 100 Grünbeete 
  • etwa 50 Hochstammsträucher 
  • rund 1.300 Quadratmeter neue Grünflächen 
  • rund 1.500 Quadratmeter neue Pflasterflächen 
  • helle Oberflächen gegen Hitze 
  • Wasserspiele, Vernebelungsanlagen und Trinkmöglichkeiten 

Diese Maßnahmen sorgen im Sommer für mehr Schatten, Abkühlung und ein besseres Mikroklima.

Mehr Aufenthaltsqualität

Entlang der Argentinierstraße wurden neue Aufenthaltsbereiche geschaffen. Sie laden zum Sitzen, Ausruhen und Verweilen ein. 

Neu entstanden sind: 

  • 28 Mikrofreiräume 
  • rund 100 neue Sitzgelegenheiten 
  • 2 Wasserspiele 
  • 3 Vernebelungsanlagen 
  • 3 Trinkhydranten 
  • 1 Trinkbrunnen 
  • zusätzliche Fahrradabstellplätze 
  • 2 WienMobil-Stationen mit Leihrädern 

Auch der St.-Elisabeth-Platz wurde deutlich großzügiger und schöner gestaltet. Er bietet nun mehr Platz für Bäume, Spielmöglichkeiten und Wasserelemente. Der Radverkehr wird nicht mehr direkt über den Platz geführt. 

Durch all diese Maßnahmen ist die gesamte Argentinierstraße auch für Fußgänger:innen nicht nur komfortabler und sicherer, sondern auch ganz einfach schöner geworden.

Niederländisches Vorbild

Für die Gestaltung und Planung der neuen Argentinierstraße hat die Stadt Wien von Erfahrungen aus den Niederlanden großen Nutzen ziehen können. 

Die Niederlande sind das Land in Europa mit den meisten Fahrradstraßen, die es teilweise auch schon lange gibt. 

Deshalb hat die Stadt Wien von Anfang an Verkehrsplaner:innen aus den Niederlanden in die Gestaltung und den Umbau der Straße mit einbezogen. 

Sichtbar ist der niederländische Einfluss insbesondere beim Asphalt der Fahrbahn: Diese wurde mit bereits rot eingefärbten Asphalt gebaut. Eine nachträgliche Einfärbung ist so nicht notwendig. Das hält länger und ist auch günstiger. 

Ein weiterer Vorteil: Der rote Asphalt heizt sich im Sommer viel weniger stark auf als der gewöhnliche, dunkelgraue Asphalt.

Neue Verkehrsorganisation

Neue Verkehrsorganisation Bildnachweis: Mobilitätsagentur Wien/Kernpunkt

Für die Fahrradstraße wurde auch die Verkehrsführung im Grätzl angepasst. Die Einbahnführungen wurden teilweise geändert, um Durchzugsverkehr zu vermeiden und die neuen Regeln der Fahrradstraße umzusetzen. 

Dabei wurden die Anrainer:innen frühzeitig über die Änderungen informiert.

Ein Gewinn für den 4. Bezirk

Die Argentinierstraße ist nun eine moderne, begrünte und verkehrsberuhigte Verbindung durch den 4. Bezirk. Sie stärkt den Radverkehr, verbessert die Bedingungen für Fußgänger:innen und schafft mehr Platz zum Verweilen. 

Mit dieser neuen Fahrradstraße setzt die Stadt Wien ein in Österreich bislang einzigartiges Zeichen, wie Straßen in Innenstädten zum Nutzen aller gut und schön gestaltet werden können.

Kontakt

Mobilitätsagentur Wien GmbH 
Große Sperlgasse 4, 1020 Wien
Telefon: +43 (0)1 4000 49900
E-Mail: office@mobilitaetsagentur.at
Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 08.30-12.00 und 13.00-17.00 Uhr; Freitag: 08.30-12.00 und 13.00-15.30 Uhr

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